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Titelcover der aktuelle Ausgabe 1/2018 - klicken Sie für eine größere Ansicht
Herausgeber und Redaktion
THOMAS SÖDINGThomas Söding Professor für Neues Testament,
Universität Bochum
JAN-HEINER TÜCK
Jan Heiner Tück Professor für dog-
matische Theologie, Universität Wien
JULIA KNOP
Julia Knop Prof. für Dogmatik an der Katholisch-Theologi- schen Fakultät der Universität Erfurt
Herausgeber und Redaktionsbeirat stellen sich vor.
Lesermeinung von
Anton SvobodaAnton Svoboda,
Dipl.-Theologe, Musiker

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Unsere aktuelle Ausgabe 1/2018 zum Thema
«Schuld und Vergebung (Vaterunser IV)»
mit folgenden ausgewählten Beiträgen:
Editorial
Jan-Heiner Tück
SCHULD UND VERGEBUNG

Wenn man Kinder, die etwas angestellt haben, zufällig ertappt, kann es vorkommen, dass sie gleich ausrufen: «Ich bin’s nicht gewesen, der da war’s.» Offensichtlich bedarf es keiner langen Einübung, um jene Kunst zu erlernen, die wir alle mehr oder weniger meisterhaft beherrschen: die Kunst, es nicht gewesen zu sein. Oft sind wir es gewesen, wollen es aber nicht wahrhaben. Es müssen schon die anderen gewesen sein, die uns dazu gebracht haben, etwas zu tun, was wir gar nicht tun wollten – oder doch? Was bietet sich mehr an, als in einem fast automatischen Reflex erst einmal die anderen zu bezichtigen, um selbst besser dazustehen? Strategien der Fremdbezichtigung anderer dienen fast immer der Selbstentlastung oder der Selbsterhöhung. Der Mensch, der es nicht aushält, Täter zu sein, sucht nach Ersatztätern und Alibis, auf die er die Schuld abwälzen kann. Das ist schon bei Adam so, der sofort mit dem Finger auf Eva zeigt: «Die da war’s!» Heute erleben wir mehr und mehr eine «Übertribunalisierung» (Odo Marquard) der Lebenswelt, in der jeder gnadenlos unter Rechtfertigungsdruck gerät oder geraten kann. Erleichterung findet das unter Legitimationsdruck geratene Ich, indem es die «Flucht in die Unbelangbarkeit» antritt. Es weigert sich immer dann, in der ersten Person Singular zu sprechen, wenn es um die Übernahme von Schuld geht, wechselt flink zum «man» über und kann sich plötzlich an nichts mehr erinnern. Schon Nietzsche notierte: «‹Das habe ich getan›, sagt mein Gedächtnis. ‹Das kann ich nicht getan haben› – sagt mein Stolz und bleibt unerbittlich. Endlich – gibt das Gedächtnis nach.» Der Mensch, der die Absicht hatte, es gewesen zu sein, will es nun doch nicht gewesen sein; das mündige Subjekt droht sich selbst zu entmündigen, wenn es sich weigert, Verantwortung zu übernehmen.

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Leseprobe 1
Georg Braulik
«DU BIST DOCH UNSER VATER! ‹UNSER ERLÖSER VON JEHER› IST DEIN NAME»
Wie Israel als Volk um die Vergebung seiner Schuld bittet

1. Kollektives Schuldbekenntnis und Volksklage

Vergebung erbittet man gewöhnlich für sich selbst oder gewährt sie einem schuldig Gewordenen. Kollektive Schuld aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Gruppe, zu einem Volk ist in modernen Demokratien juristisch irrelevant. Dennoch existieren wir als Person nur in Kommunikation mit anderen Menschen und in Schicksalsgemeinschaften. Wir sind in gesellschaftliche Unheilszusammenhänge verstrickt, in denen unsere freien Entscheidungen von der Schuld anderer mitbestimmt werden und uns zu Mittätern machen. Wir werden zum Beispiel in die Zerstörung natürlicher Lebensräume hineingeboren, die wir nicht verursacht haben, tragen aber die Umweltverschmutzung und den schleichenden Klimawandel mit, ja verstärken sie noch. Ebenso ist die Welt, in der wir uns vorfinden, von Geschichtsmächten geprägt, deren Schuldpotentiale oft unbemerkt in Fühlen und Denken verinnerlicht und weitergegeben werden und dann wie selbstverständlich den Zeitgeist, das kollektive Urteil und Verhalten bestimmen. Man braucht nur an den jahrhundertelangen Antijudaismus zu denken, der sich schließlich in einem versuchten Genozid entlud. Wir alle sind schon immer in ein soziokulturelles Netz, in die Sinnwelten unserer Epoche verwickelt, ob wir sie ablehnen oder übernehmen.

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Leseprobe 2
Bertram Stubenrauch
SÜNDE — SCHULD — VERGEBUNG
Konturen einer Erlösungslehre

Lesen Sie diesen vollständigen, ungekürzten BeitragEs bedarf keiner ausgeprägten Mühe um zu sehen, dass es im menschlichen Leben Versagen, Versäumnis und Schuld gibt. Aber nicht jede Fehlleistung belastet gleichermaßen, was sich schon am Sprachgebrauch zeigt: Wer um ein persönliches Versagen weiß, darf sich berechtigterweise fragen, ob der Grund dafür schlichtes Unvermögen war oder ein innerer oder äußerer Zwang. Versäumnisse können aus Nachlässigkeit entstehen, sei es aufgrund mangelnden Wissens oder mangelnder Aufmerksamkeit, oder einfach deshalb, weil man bequem und feige gewesen ist. Schuldig geworden zu sein hingegen heißt, jedenfalls in der Tiefe des Begriffs: Jemand hat bewusst, freiwillig und gezielt das Recht und die Würde anderer verletzt.

Schuld findet sich immer und sie findet sich überall; das Archiv menschengemachten Schreckens spricht Bände. Dass dieses Thema auch im wichtigsten Gebet der Christenheit zur Sprache kommt, wird deshalb kaum überraschen.
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Leseprobe 3
Jan-Heiner Tück / Hartmut Lange
Gespräch mit Hartmut Lange
«DIE KUNST KANN BILDER ERSCHAFFEN, DIE DER RELIGION UNERREICHBAR BLEIBEN …»

JAN-HEINER TÜCK: Herr Lange, Sie haben früh zu schreiben begonnen. Gibt es so etwas wie einen Ur-Impuls?

Hartmut Lange: Die Kunst kann keinen Ur-Impuls für ihre Entstehung in Rechnung stellen. Sie ist eine Begabung, die sich bis zur Triebtäterschaft zur Geltung bringen kann. Aber es gibt eben auch Leute, die, obwohl begabt, nie zur Feder gegriffen haben. Insofern bleibt die Entscheidung des Künstlers zur Kunst immer auch ein Geheimnis.

Sie sind 1937 geboren und haben als Kind noch die Spätphase der NS-Diktatur miterlebt. Später sind Sie unter den Bedingungen des Sozialismus aufgewachsen und haben das System der DDR in seiner Ambivalenz kennengelernt. Wie haben diese Erfahrungen Ihr Schreiben beeinflusst?

Lange: Das kann nur durch eine Analyse des Geschriebenen nachgewiesen werden. Alles andere wäre tautologisch. Mit anderen Worten: Das, was ich geschrieben habe, ist ausschließlich meinen Erfahrungen geschuldet.
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